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Wenn Brötchen und Weizen ungesund machen – Sprue und Unverträglichkeit von Gluten

August 17, 2010

Nicht mal ein Käsebrot am Frühstückstisch, keine Nudeln zum Mittagessen? Etwa jeder fünfhundertste Deutsche leidet unter der kaum bekannten hiesigen Sprue, gleichermaßen als Weizenallergie bzw. Glutenallergie bekannt. Der in Weizen, Roggen und weiteren Getreidesorten enthaltene Proteinkleber Gluten löst bei den Allergikern eine Entzündung der der Schleimhaut im Darm aus, was zu einer Schädigung der Darmzotten führt. Da die Zotten für die Aufnahme von Nährstoffen verantwortlich sind, kommt es mit der Zeit zu Mangelzuständen und einer großen Anzahl von Symptomen, hierunter Müdigkeit, Gedächtnisstörungen und Verlust von Gewicht, trotz mitunter drastisch größerer Nahrungsaufnahme.
Eine Heilungsmöglichkeit gibt es für die heutzutage zumeist als Zöliakie bezeichnete chronische Erkrankung nicht, die Ursprünge scheinen zumindest zum Teil vererbbarer Natur zu sein. Die Betroffenen müssen immer eine glutenfreie Diät einhalten – nicht zuletzt, um ihr vermehrtes Darmkrebsrisiko zu senken, aber bis es überhaupt zur Diagnose kommt, vergehen nicht selten Monate, oder gar Jahre. Wie bei anderen Intoleranzen gegen Lebensmittel verursacht auch Zöliakie vor allem unklare Symptome, die kaum Hinweise auf die Ursache geben – die Betroffenen konsumieren ohne Einschränkungen trotz ihrer Unverträglichkeit Gluten und schädigen damit unbewusst sich selbst. Aus diesem Grund kommt es oft zu Folgebeschwerden wie u.a. Intoleranz gegenüber Milchzucker. Nach der Umstellung auf glutenfreie Lebensmittel verschwinden die Probleme dennoch in der Regel nach einigen Wochen, die Darmschleimhaut braucht hier aber bis zu über einem Jahr, um sich gänzlich zu erholen. Die Folgeerkrankungen gehen während dieser Zeit in den meisten Fällen zurück, sogar wenn Roggenbestandteile in etlichen Esswaren eingesetzt werden, stellt eine glutenfreie Ernährung heutzutage kein unbezwingbares Problem mehr dar. Denn mit der steigenden Anzahl an Allergikern hat sich über die Zeit gleichsam ein spezialisierter Markt etabliert, der mit besonderen Zubereitungen auf die einmaligen Bedürfnisse eingeht. Leider betragen die Preise glutenfreier Produkte häufig das Dreifache handelsüblicher Artikel. In wenigen Ländern, darunter der Schweiz, federt eine Behörde die großen Kosten darum mit einem Lebensmittelzuschuss ab; damit sind auch das abendliche Butterbrot und der Teller Spaghetti kein Wunschtraum mehr.

Posted by dennistuckeralfredd at 1:04 am | permalink

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