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Wenn Brot und Weizen ungesund machen – Sprue und Intoleranz gegen Gluten

July 23, 2010

Nicht mal ein Butterbrot am Morgen, keine Nudeln am Abend? Circa jeder fünfhundertste Deutsche leidet an der sogenannten nationalen Sprue, gleichermaßen als Weizenallergie und Glutenallergie bekannt. Der in Weizen, Roggen und anderen Getreidearten enthaltene Proteinkleber Gluten löst bei den Erkrankten eine Entzündung der Darmschleimhaut aus, was zu einer Störung der Darmzotten führt. Da die Zotten für die Aufnahme von Nährstoffen zuständig sind, kommt es auf Dauer zu Mangelzuständen und einer Vielzahl von Symptomen, hierunter Ermüdung, Gedächtnisstörungen und Gewichtsverlust, trotz mitunter deutlich erweiterter Nahrungsaufnahme.
Eine Heilung gibt es für die heutzutage häufig als Zöliakie benannte chronische Erkrankung nicht, die Ursachen scheinen wenigstens teilweise erblicher Natur zu sein. Die Patienten müssen stets eine glutenfreie Ernährung einhalten – nicht zuletzt, um ihr größeres Darmkrebsrisiko zu senken, allerdings bis es überhaupt zur Diagnose kommt, vergehen meist Monate, oder sogar Jahre. Wie bei anderen Intoleranzen gegen Lebensmittel verursacht auch Zöliakie vor allem wechselnde Symptome, die kaum Hinweise auf den Ursprung geben – die Patienten konsumieren weiterhin trotz ihrer Unverträglichkeit Gluten und schädigen damit ahnungslos sich selbst. Deswegen kommt es oft zu Folgeerkrankungen wie beispielsweise Intoleranz gegenüber Milchzucker. Nach dem Wechsel auf glutenfreie Esswaren verschwinden die Symptome dennoch in den meisten Fällen nach einigen Wochen, die Darmschleimhaut braucht hier aber bis zu über einem Jahr, um sich vollständig zu regenerieren. Die Folgestörungen gehen in dieser Zeit oft zurück, auch wenn Weizenbestandteile in zahlreichen Esswaren eingesetzt werden, stellt eine glutenfreie Ernährung heutzutage kein unüberwindbares Problem mehr dar. Denn mit der steigenden Zahl an Patienten hat sich über die Zeit ebenfalls ein spezialisierter Markt gebildet, der mit Spezialprodukten auf die speziellen Bedürfnisse eingeht. Allerdings betragen die Preise glutenfreier Produkte meist das Doppelte handelsüblicher Artikel. In wenigen Ländern, darunter der Schweiz, federt eine Behörde die höheren Kosten darum durch einen Lebensmittelzuschuss ab; so sind auch das morgendliche Wurstbrot und der Teller Nudeln kein Wunschtraum mehr.

Posted by dennistuckeralfredd at 2:07 am | permalink

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